Warum ich kattuno gegründet habe — und was mich dazu gebracht hat
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Gründerstory · Teil 1 · Wie kattuno entsteht
Es gibt Entscheidungen, die man nicht an einem Schreibtisch trifft. Sondern an einem Ort, an dem man eigentlich nicht sein will. In einer Wartesaal-Beleuchtung, die zu kalt ist für die Tageszeit, mit einem Tierarzt, der die richtigen Worte sucht und sie nicht findet.
Ich hatte drei Kitten. Drei kleine Katzen, die in mein Leben gekommen waren und es auf diese leise Art verändert hatten, wie Katzen es tun. Und dann, an einem Abend, den ich nicht vergessen werde, ist eine von ihnen zusammengebrochen. Eine plötzliche Stoffwechselentgleisung, die sich später als Diabetes herausstellte — ohne Vorzeichen, ohne Warnsignale, die man als Halter hätte deuten können. Nächtliche Fahrt in die Notfall-Tierklinik. Die Tierärzte haben alles versucht.
Sie ist trotzdem nicht durchgekommen.
Was danach kam, war Lesen
In den Wochen nach ihrem Tod habe ich angefangen zu lesen. Über Katzen-Stoffwechsel, über Ernährung, über den Zusammenhang zwischen dem, was im Napf landet und dem, was im Körper passiert. Ich wollte verstehen, was passiert war. Ich wollte wissen, ob ich etwas anders hätte machen können.
Was ich dabei gelernt habe, hat mich nicht mehr losgelassen.
Stoffwechselerkrankungen bei Katzen sind häufiger, als die meisten Halter wissen. Diabetes gehört dazu, aber auch chronische Nierenerkrankungen, Pankreatitis, Harnwegsleiden. Ernährung spielt bei all diesen Themen eine Rolle – nicht die einzige, aber eine wichtige. Zu viele Kohlenhydrate, zu wenig tierisches Protein, keine Transparenz darüber, was wirklich im Futter steckt. Sammelbegriffe auf der Zutatenliste, hinter denen sich fast alles verbergen kann. Rezepturen, die sich von Charge zu Charge unterscheiden. Eine Industrie, die auf Volumen und dünne Margen optimiert ist – und nicht auf die Tiere, für die sie produziert.
Ich war kein Tierernährungs-Experte. Ich bin es auch heute nicht. Ich war jemand, der seine Katze verloren hatte und anfing, Fragen zu stellen, die er nicht hätte stellen müssen – weil die Antworten eigentlich sichtbar sein sollten.
Die Fragen, die ich nicht losgelassen habe
Zwei Fragen haben mich in dieser Zeit am meisten beschäftigt.
Die erste war simpel: Warum gibt es kein Futter, das mir genau sagt, was darin ist und warum? Nicht in Fachsprache. Nicht versteckt im Kleingedruckten. Nicht hinter Sammelbegriffen wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, mindestens drei Prozent". Sondern klar und konkret: diese Zutat, dieser Grund, dieser Effekt.
Die zweite Frage war unbequemer. Wenn ich als Katzenhalter versuche, meine Tiere gesund zu ernähren – wie erfahre ich eigentlich, ob es wirkt? Katzen sprechen nicht. Sie sagen nicht „mir geht es besser" oder „etwas stimmt nicht". Sie verstecken Krankheit, solange sie können, und wenn wir es bemerken, ist es oft spät. Ist es wirklich so, dass wir beim wichtigsten Tier in unserem Alltag darauf angewiesen sind, zu hoffen, dass alles in Ordnung ist?
Ich habe auf beide Fragen keine wirklich befriedigende Antwort gefunden.
Aus der Lücke heraus entstand eine Idee
kattuno ist nicht aus einer Marktanalyse entstanden. Es ist aus einem konkreten Verlust entstanden – und aus der Überzeugung, dass es anders gehen muss.
Die Idee ist über Monate gewachsen. Sie hat mit Recherche angefangen, mit Regalbesuchen, mit langen Abenden vor Zutatenlisten, die mehr Fragen aufwarfen als sie beantworteten. Daraus sind Prinzipien geworden, die heute den Kern von kattuno bilden.
Ein Futter, das vollständig deklariert ist. Keine Sammelbegriffe, keine Graubereiche. Jede Zutat mit Grund und Anteil benannt.
Eine Fleischsorte, nicht fünf in einer Mischung. Damit Du weißt, worauf Deine Katze reagiert – und damit es einfach bleibt, wenn mal etwas nicht stimmt.
Funktionale Rezepturen, nicht dekorative. Wenn eine Zutat drin ist, soll sie einen Zweck haben, der ernährungsphysiologisch belastbar ist – nicht nur auf der Verpackung gut aussehen.
Und, langfristig gedacht und heute noch nicht am Markt: ein System, das mithilft, das Wohlbefinden der Katze zu beobachten. Einfache Urin-Teststreifen, eine App, Verlaufswerte über die Zeit. Nicht als medizinische Diagnostik, sondern als sanfte Orientierung für Halter, die das Gefühl haben wollen, nicht blind zu navigieren. Das ist der Teil von kattuno, der am weitesten in die Zukunft reicht – und der mich persönlich am meisten antreibt.
Warum ich schreibe
Ich mache das nicht, weil ich einen Business Case gesehen habe. Ich mache es, weil ich einmal das Gefühl hatte, nicht rechtzeitig verstanden zu haben, was mit meiner Katze passiert – und weil ich möchte, dass andere Halter dieses Gefühl weniger oft haben müssen.
In den nächsten Wochen und Monaten werde ich an dieser Stelle regelmäßig schreiben. Über den Aufbau von kattuno, über die Entscheidungen hinter dem Produkt, über die Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, und über alles, was ich dabei lerne. Nicht als fertige Heldengeschichte, sondern als laufender Prozess – mit Zweifeln, Umwegen und gelegentlich auch kleinen Durchbrüchen.
Wenn Du das interessant findest und zur ersten Pilotcharge im vierten Quartal 2026 dabei sein möchtest, kannst Du Dich auf der Warteliste eintragen.
Danke, dass Du bis hierher gelesen hast.
Olaf
Gründer, kattuno
Teil 2 der Gründerstory folgt in Kürze.
kattuno ist ein modulares Ernährungssystem für Katzen – vom Nassfutter bis zur App-gestützten Verlaufsbeobachtung. Mehr unter kattuno.com